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Die Süßesten Früchte von Stefan Vögel Uraufführung z.Zt. nicht im Spielplan |
Liebe und die Realität des Alltags - wie passt das zusammen? |
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Kostüme: Antje Meerwein mit Inhalt: Der pragmatische, nüchterne Steuerberater Michael und seine energische, lebenslustige Partnerin Claudia haben es durch ihre Gegensätzlichkeit und ihre anderweitigen Erwartungen genauso schwer miteinander wie der flippige Performance-Künstler Georg und seine besonnene Partnerin Judith. Und das ist die Frage, die jedermann kennt: Passen Gegensätze oder Gleiches besser zueinander, und sehnt man sich nicht stets nach den Früchten in Nachbars Garten - aber sind die wirklich süßer? Das kleine Stück ist zugleich ein hübsches Lehrbeispiel dafür, wie man die unabwendbaren Schwierigkeiten und Enttäuschungen, die sich im Laufe des täglichen Zusammenlebens unweigerlich einstellen, bewältigen kann. Manchmal sind auch schmerzende Maßnahmen nötig - aber auch daraus können durchaus neue Kräfte zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit entstehen. Man kratze an der Oberfläche einer guten Komödie und erkenne die Tiefen darunter .
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Eine entzückende Boulevard-Komödie, die man sich eigentlich nicht entgehen lassen sollte – auch strenge Verfechter von ernsthaften, sich bis aufs Blut zersetzenden Ehedramen (Wer hat Angst vor Virginia Woolfe –Deutsches Theater; Freunde zum Essen – Renaissance-Theater) sollten sich einmal zu Gemüte führen, wie man das Leben und seine oft nicht leichten Aufgaben mit etwas mehr Humor, Verständnis für den Anderen und überwiegender Lebensbejahung anpacken kann. Dass diese Episode von zwei Paaren (die zwar schon einige Jährchen miteinander leben, innigst befreundet, jedoch mit dem Partner irgendwie unzufrieden sind), so glücklich über die Bühne rollt, ist zum einen dem Autor zuzuschreiben, der viele skurrile Pointen treffsicher placiert und alle Situationen haarscharf dem Leben abgeguckt hat (sehr zum Vergnügen des Publikums!). Zum anderen ist der Erfolg dem Regisseur zuzuschreiben, der genau weiß, wie er seine Schauspieler zu placieren hat, wann sie herumtoben dürfen, wann leise Töne den besseren Akzent setzen, wann es Zeit ist, den Spaß durch Betroffenheit aufzulösen und umgekehrt. Da der erste Teil ausgesprochen fröhlich stimmt, bangt man schon während der Pause um Part II – der aber keinen Anlass zur Sorge gibt. Denn im Gegensatz zu vielen anderen akuellen Inszenierungen hält Regisseur Schmidt die Spannung, löst mit solch leichter Hand die Erwartungen auf und lässt die Ereignisse, die für die Entwicklung bestimmend sind, dezent hinter der eleganten Wohn- und Esszimmerwand, weil man sie sich ohnehin lebhaft vorstellten kann. In den Vordergrund stellt er, was aus den Erwartungen der vier Menschen geworden ist, die nun von den Früchten in Nachbars garten gekostet und sich wohl allesamt den Magen verdorben haben. In der Entwicklung der Charaktere zeigen sich leichte Veränderungen, die durchaus noch etwas stärker ausgespielt werden dürften. Obwohl an Max Gertsch, der in die Fußstapfen seines Kollegen Udo Samel zu treten scheint, seine Rolle so perfekt beherrscht, keinerlei Korrektur anzubringen wäre. Vielleicht wäre Adisat Sementisch, ein Ausbund an Temperament, dann und wann ein wenig zu zügeln, aber das kann ja nun ihr Michael übernehmen... Georg (Moritz Lindbergh) wird die Konsequenzen tragen müssen, die ein freies Künstlerleben mit sich bringt, und diese Entscheidung dürfte durchaus noch etwas sichtbarer werden. Die hübsche Alexa Maria Surholt als Judith ist auf ihr ruhiges Wesen zurückgedrängt, darf aber durch schöne Kleider und Liebenswürdigkeit glänzen und – jedenfalls im Stück -die Gewissheit haben, die richtige Frau für einen familienfreundlichen Mann zu sein. Das ist alles ist so hübsch verpackt und wie auch der Schluss ist in seinen vielfältigen Konsequenzen so lebensnah, dass man dem Autor nur gratulieren und noch mehr solcher Einfälle wünschen kann. A.C. |