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Diener zweier Herren von
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Sommerprogramm im Hexelkessel |
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Berlin Mitte Wirt, Pandolfo, Träger - Thomas Kornmann Clarice, Florindo - Roger Jahnke Beatrice, Smeraldina - Ina Gercke Truffaldino, Silvio - Carsta Zimmermann
Regie, Fassung - Jan Zimmermann Bühne - David Regehr Kostüme - Isa Mehnert Musik - Mila Morenè Requisite - Requisine Licht - Didi Abrotat Technische Leitung - Matthias Schäfer Künstlerische Produktionsleitung - Roger Jahnke Gesamtleitung, Produktion - Christian Schulz, David Regehr
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Das Hexenkesselhoftheater hat die Open-Air-Theatersaison wieder
eröffnet. Dieses Jahr widmen sich die Veranstalter nicht nur
Shakespeare, sondern nehmen auch Molière und Goldoni in ihr Programm
auf. Mit einem Klassiker von Goldoni hat das Ensemble einen furiosen
Auftakt vollbracht, der in einem angenehmen Gegensatz zum gängigen
gedankenschweren akademischen Literaturtheater steht. Im Mittelpunkt des Klassikers steht der so
anarchische wie chaotische Widerstand des Truffaldino gegen die
hierarchischen Strukturen eines mitleidfreien Umfeldes. Sein chronischer
Kampf ums nackte Überleben, um seine Würde und sein Recht, schlicht da
zu sein, gestaltet Goldoni zum Mitheulen komisch. Auch Beatrice zeigt
Courage, wenn sie, eine vom Geld beherrschte Männerwelt tollkühn
parodierend, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen wagt. Doch selbst
als sie ihrem Geliebten damit den Hals rettet, geht diesem ihre
Travestie am Ende zu weit, so dass sie mit ihrer Verkleidung auch ihre
männlichen Freiheiten wieder aufgeben muss. Jan Zimmermann, der Regie
führte, hat das Stück behutsam modernisiert und mit den Schauspielern
Ina Gercke, Roger Jahnke, Thomas Kornmann und Carsta Zimmermann eine
wundervoll schwungvolle Inszenierung geschaffen. Da wird, ganz im Sinne
der Commedia dell'arte geschrien, geklagt, gesäuselt, gelobt, gejammert
und improvisiert. Durch das spannende und abwechslungsreiche Spiel der
Darsteller kommt der Zuschauer gar nicht zu Atem. Man braucht eine
Weile, bis man realisiert, dass dort wirklich nur vier Schauspieler
agieren und wer welche Person spielt, so unterschiedlich sind die
auftretenden Figuren. Ein wenig störend fallen leider auch in der
modernisierten Fassung die teilweise doch schwer verständlichen
lateinischen Textpassagen auf. Schauspielerisch hervorzuheben ist Carsta
Zimmermann, die als Truffaldino mit höchsten Seelenqualen und unter
Aufbietung aller Kräfte die eiserne Brotreserve opfert, um einen Brief
wieder zu verschließen. Genauso grandios ist Ina Gerckes lispelnde und
kokette Smeraldina.
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