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Eifersucht von Esther Vilar
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Ein fast alltägliches Drama... |
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Ein Gastspiel an der Tribüne bis zum 11.9.04 Eine Produktion der Vorpommerschen Landesbühne Anklam und Klassik am Meer Regie und Bühne: Joachim Siebenschuh Musik: Peter Groß mit Andrea Aust, Astrid Bless und Maria Jany Zur Autorin Esther Vilar wurde über Nacht berühmt mit ihrem Buch „Der dressierte Mann“, der die Ausbeutung des Mannes durch die Frau zum Thema hat. Aber sie verteilt ihre feinen Florettstiche in pointierten Essays gleichermaßen gegen beide Geschlechter und provoziert uns intelligent, humorvoll und streitlustig. Esther Vilar wurde in Buenos Aires als Tochter deutscher Emigranten geboren und arbeitete als Ärztin bevor sie sich als Schriftstellerin spektakulär und medienwirksam in vielen öffentlichen Diskussionen dem Thema stellte, das bis in alle Ewigkeit die Hauptrolle im menschlichen Miteinander spielen wird. |
Oh, wie sie wüten und schimpfen und leiden – und wie sie lieben können: Diese drei Frauen, die um einen Mann mit verschiedenen Mitteln kämpfen. Ob es er wert ist, steht nicht zur Debatte, denn schließlich ist ein Mann ein Mann. .. Süffisant beschreibt Esther Vilar, streitbare Autorin zahlreicher Essays in Sachen Liebe, dieses beinahe alltägliche Drama der Untreue und der Rivalitäten, der Leidenschaft und der Eifersucht, die zur Sucht werden kann, wenn sie als Liebesersatz dienen muss. Da ist die selbstbewusste, erfolgreiche Anwältin Helena, der Astrid Bless mit allen Gefühlsskalen der betrogenen Ehefrau von der eleganten, emanzipierten Karrierefrau zur sichtbar alternden, verlassenen Ehefrau wieder bis hin zur strahlenden Wiederbelebung leidenschaftlich Ausdruck zu geben vermag. Dabei spielt sie mit ihrer roten Mähne hexengleich die Furie, die sich in tiefste Erniedrigung stürzt, um wie Phönix aus der Asche wieder aufzuerstehen. Damit ist und bleibt sie der Mittelpunkt im verbalen Gefecht der drei ungleichen Frauen. Denn die jüngere, vielleicht vitalere, sicher aber in Liebesdingen erfindungsreichere Rivalin (die im selben Haus, einige Stückwerke über ihr thront und ihr soeben ihren Ehemann ausgespannt hat) schießt im intellektuellen Gefecht zwar mit gleich schweren Geschützen, besitzt aber nicht die gleiche Contenance: Andrea Aust triumphiert und wütet als Architektin Jana mit harten Bandagen und roten Strapsen. Der gefaxte Briefwechsel der Beiden enthält alles an Weisheiten und Bosheiten, die Frauen (und auch Männer, siehe z.B. Oscar Wilde ) in Liebesdingen so ansammeln und austauschen. Auch um tiefergreifende Überlegungen zur Beziehung zwischen Mann und Frau geht es im schmerzlichen Schlagabtausch der Rivalinnen: Ob und in wieweit man einen anderen Menschen besitzen und vereinnahmen kann, wo und wann die Liebe beginnt und was bleibt, wenn der erotische Rausch verglüht ist, wenn nämlich das Neue zum Alten wird und die Aufgabe beginnt, den Alltag zu leben...Und was tun sich Frauen an im Kampf um denselben Mann, vor allem, wenn das Alter und die Angst vor dem Einsamkeit nahen? Kein Problem für Iris, Joga-Expertin und Studentin der Hinduistik, die als Dritte im Liebesreigen mit den Reizen einer neuen fernöstlichen Welt gegen die beiden reiferen Damen in Konkurrenz tritt. Maria Jany setzt hierzu einen beneidenswerten biegsamen Körper und die Unbeschwertheit ihrer Jugend ein. Der zwischen den Stockwerken lustwandelnde Ehemann Lazlo wird nur in der Symbolik eines rollenden Koffers dargeboten, während seine drei Frauen auf der Bühne ihre amüsant-bissigen Faxmitteilungen schwenken oder auch schon mal von der Last der neuesten Enthüllungen niedergeschmettert im schweren Sessel niedersinken. Für die Tribüne ein nettes Schmankerl zum Einstieg in die neue Spielsaison, und für die Vorpommersche Landesbühne eine gelungene Eigenwerbung. A.C. |