Heirat wider Willen von Lawrence Roman
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Ein Mann nach Maß oder was eine eine Topmanagerin braucht |
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Übersetzung von Wolfgang Spier Regie: Wolfgang Spier Assistenz Alexander Rogge Bühne: Günther Lüdecke Kostüme: Katharina Beth mit: Herbert Herrmann, Nora von Collande, Hannelore Cremer, Ulli Kinalzik und Uwe Neumann
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Eine erfrischende, leicht dahin fließende Gesellschaftssatire - wie sie nur amerikanische Autoren schreiben und deutsche Regisseure - leider oftmals nur viel zu schwerfällig, Lacher und Beifall für jede Pointe erheischend - für die Bühne umsetzen. Ein bisschen erinnern diese Schwänke auch an die leichten Komödien des großen englischen Dichters und Dramatikers William Shakespeare, der mit allerlei derben Späßen und herbeigeführten Verwechslungen sein Publikum seit Hunderten von Jahren zu unterhalten versteht. Wolfgang Spier ist ein alter Hase, der sein Handwerk beherrscht, und er hat stets ein sicheres, gefälliges Team zur Verfügung, dass seine Einfälle geschickt umzusetzen und das Publikum genau anzusprechen versteht: Zumeist mit jener Distanz, die aus einem unglaublichen Geschehen immerhin eine mögliche Burleske zaubert, die ein bisschen kabarettistischen Schabernack betreibt und sich selbst zur Seite stellt - nach dem Motto: Ich bin nicht so wichtig, die Story ist es. Hört hin, was sich da abspielt. Und das ist wahrlich fantastisch, wenn auch durchaus denkbar. Die Topmanagerin Stevie (Nora von Collande) kündigt von heute auf morgen ihren hoch dotierten Job, weil sie hart auf die 40 zugeht und irgendetwas Vages in ihrem Leben vermisst. Die allgegenwärtige Mutter (Hannelore Cremer), eine flotte und schlagfertige attraktive Person, die sich in das Leben ihrer Tochter energisch einmischt, hat einen Einfall; denn sie weiß, was der emanzipierten Tochter fehlt: Ein Mann und ein Kind. Etwas zum Liebhaben und Wohlfühlen. Da solche Dinge nicht im Geschäftsleben zur Verfügung stehen, hat Mama eine Heiratsvermittlung engagiert. Ein Büro zunächst, und beide Damen sind höchst überrascht, als da ein lässiger männlicher Typ auftaucht, der ziemlich unverblümt zur Sache kommt, mit seiner Meinung über ledige Damen und emanzipierte Mauerblümchen nicht zurückhält und immerhin dann doch so nach und nach einen Kandidaten nach dem anderen anschleppt. Unnötig zu sagen, das sich die strenge Stevie zur attraktiven hübschen jungen Frau mausert, und der Heiratsvermittler ebenfalls über die Ernsthaftigkeit seines Berufes nachdenkt. Auch die Frau Mama findet ihren Gegenpart, und das ist alles so schnell und schlagfertig verpackt mit allerlei Alltagsweisheiten und größeren Wahrheiten, mit Herz und Handfestigkeit, dass man sich - allem tristen Sommerwetter zum Trotz - rundum gut unterhalten fühlt. Für die Herren der Partie, Herbert Herrmann, ohnehin Pulbikumsliebling und smarter Frauentyp, sowie Ulli Kinalzik, dem man als Tochter gerne seine Mutter anvertrauen würde sowie Uwe Neumann, der als Wendell Tucker den unbedarften Sexprotz zu spielen hat. Ein Kompliment an alle Schauspieler für ihre heitere und ausgeglichene Spielleidenschaft! A.C. |