| Hotel Paradiso von |
Auf der Alm da gibt's auch Sünd' Von Menschen und Masken
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www.floez.net. Ein Stück von: Thomas Rascher, Nicolas Witte, Maike Jansen, Michelle Seaton, Stefan Ferencz, Michael Vogel, Hajo Schüler mit: Thomas Rascher, Nicolas Witte, Maike Jansen, Michelle Seaton, Stefan Ferencz Regie: Michael Vogel; Masken: Hajo Schüler, Thomas Rascher; Bühnenbild: Michael Ottopal; Kostüme: Eliseu Weide Ein mysteriöser Gebirgskrimi zwischen Schwindel erregenden Höhenzügen und dunklen, bodenlosen Abgründen. Und ein wunderschön verzwickter Alptraum, magisch und gespenstisch, an einem Ort, wo die Zeit stehen geblieben scheint. „Hotel Paradiso“ ist die zweite Uraufführung der Familie Flöz im Admiralspalast. Die neue Produktion „Infinita“ sowie die Erfolgsstücke „Ristorante Immortale“ sowie „Teatro Delusio“ stehen ebenfalls auf dem Gastspielprogramm. |
Ein einsames Berghotel hoch in den Alpen, so etwa Anfang der 60er Jahre. Viele skurrile Gäste geben sich Hand und Herz in der kleinen Hotelhalle, in der ein nicht funktionierender Aufzug, eine alte Sitztruhe und ein Rezeptionstresen eine schwerwiegende oder dunkle Rolle spielen. Mittel- und Angelpunkt ist der Empfangschef, groß und hager, mit bürgerlicher Weste und dem Gesicht eines großen, ungläubigen, harmlosen Buchhalters. Doch der hat es faustdick hinter den riesigen Ohren. Kein weiblicher Gast ist vor ihm sicher, und er bezirzt die auch recht willigen Damen in seiner Unschuld allesamt mit kühnem Angriff. Doch seine Ruh ist jäh dahin als erstens ein spät anreisender, stark vermummter Gast am nächsten Morgen tot im Lift steckt, des weiteren einige schreckliche Eifersuchtsszenen die winterliche Harmonie zu zerstören drohen, ungebetene Nonnen des nachts durch die Halle huschen, ein kleiner Junge seine große Nase in alles hineinsteckt, und ein aberwitziger Hotelboy immer wieder hinauskatapultiert werden muss. Da hat man als Chef schon eine Menge zu tun. Und dann diese unheimlichen Nächte - mit Blitz und Donner und unliebsamen Gespenstern, die plötzlich auch am Tage ihr Unwesen treiben , gerade wenn es so schön romantisch wird... Da helfen nicht einmal mehr die nostalgischen kleinen Boogie-Schallplatten jener Jahre, zu deren Sound es hinreißende tänzerische Lockerungsübungen und verliebte Techtelmechtel gibt. Die fünf Schauspieler, zugleich Tänzer und Pantomimen, stellen die ganze Mannschaft, schlüpfen blitzschnell in ihre verschiedenen stummen Rollen, wechseln die überdimensionalen ausdrucksstarken Masken und Kostüme - und sprechen kein Wort. Das ist auch überhaupt nicht nötig. Denn was diese drei Männer und zwei Frauen an Lebendigkeit, Charme, Temperament, Traurigkeit und köstlicher Komik übertragen, ist das Schönste und Ungewöhnlichste, was Berlin zur Zeit zu bieten hat. Die Gruppe FLÖZ, längst kein unbekannter Gast mehr in unserer Stadt, hat sich seit Jahren ihr Publikum erobert, und sie begeistert immer wieder mit neuen phantastischen Geschichten, kunstvollen Choreografien und vor allem diesen Masken, die so überaus grotesk und so überaus sprechend sind - als ob es gute alte Bekannte wären! Der Guardian schrieb: "Ganz ohne Worte und doch so unendlich ausdrucksstark, so voller Sehnsucht und Lebensfreude. Fantastisches und unglaublich kunstvolles Theater.“ Besser kann man es nicht sagen.
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