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Komödie im
Dunkeln
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Im Dunkeln kommt so manches ans Licht
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deutsch von Luder Wortmann Regie: Michael Bogdanov Ausstattung: Sean Crowley mit: Robert Glatzeder; Angela Schmid-Burgk; Marie Gruber, Jürgen Mai,, Markus Majwoski, Matthias Zahlbaum, Bettina Lamprecht, Alexander Rogge |
Der Inhalt ist rasch erzählt: Der bislang erfolglose, wenngleich durchaus talentierte Bildhauer Brindsley Miller steht mit ganzem Herzen und vielleicht auch beiden Füßen endlich auf der ersten Stufe des Erfolgs, denn ein bedeutender reicher russischer Kunstsammler hat sich für den Abend angesagt. Da räumen der leicht windig-verrückte junge Mann und seine energische Verlobte schon mal ohne Skrupel die wertvollen Möbel des Wohnungsnachbarn in die eigene Bude um, drapieren dessen kostbarste Vasen und Statuen und tauschen Empire gegen Korbgeflecht. Doch leider hat sich nicht nur ein großer Kunsthändler angesagt, sondern auch der bislang unbekannte Schwiegervater in spe, ein alter Colonel, der sich wohl nicht gerade ein Bohèmeleben für seine einzige Tochter gewünscht hat, die er gnadenlos vor aller Ohren "Pummelchen" nennt... Das kann natürlich heiter werden. Wird es auch; denn wenige Minuten bevor alle eintreffen, fällt der Strom aus; total. Die Hauptleitung ist defekt und es bedarf eines Experten, um den Schaden zu beheben -und das am Sonntagabend. Ein ziemliches Dilemma. Und während Brindsley und seine Braut Carol im Finstern tappen, erreichen weitere Gäste die dunkle Schicksalsgemeinschaft: nacheinander die altjüngferliche Nachbarin Miss Furnival, Baptistentochter von ganzem Format (eine komödiantische Glanzpartie für Marie Gruber); der Colonet, sogar Autorität einflößend im Nirwana und - viel zu früh und unerwartet - der fröhliche Nachbar Harold Gorringe, der im Dunkeln nun über die eigenen Möbel stolpert, ohne zu wissen, was er tut. Das weiß eigentlich niemand; nur Brindsley weiß eines: er muß die "entliehenen" Kostbarkeiten zurück in Gorringes Wohnung schaffen, bevor es jemandem gelingt, Feuerzeug, Streichhölzer oder Kerzen zu entflammen und damit den "Tausch" sichtbar werden zu lassen. Man freut sich an der für das Publikum hell erleuchteten Bühne und dem Turbulenzen und Verwicklungen, die Menschen hier in tiefster Dunkelheit und Verwirrung hervorrufen. Dann gesellt sich noch ein ungebetener Gast hinzu: die Ex-Freundin des Künstlers, eine wahrlich flotte Biene, die klug und raffiniert weiß, wie sie ihren Freund gefühlsmäßig zurückgewinnen kann, denn das funktioniert auch ohne Licht. Die Erleuchtung kommt ihm dann schon von allein, denkt die kluge Frau. Natürlich erreicht der sehnlichst Erwartete, der Pointe halber, erst zum Schluss den nun in grelles Licht getauchten Raum, in dem nichts mehr so ist wie es vorher war - und ihn ein Häuflein völlig derangierter Menschen und Möbel empfängt. Und wenn Sie mich fragen: mir hat in dem ganzen Tohowabohu und Klamauk am besten der Elektriker gefallen: wie er stoisch, für den Falschen gehalten, und mit viel Überzeugungskraft über Kunst im Allgmeinen und über Brindsleys Werk im Besonderen parliert, wie er die ganze Meute in der Hoffnung auf zu erwartenden Mammon in die Knie zwingt, - das ist der eigentlich wahre Gag - und zudem hervorragend von Matthias Zahlbaum gespielt. Rosen aus der antiquarischen Vase gebühren aber auch und vor allem Markus Majowski, der zunächst in der Rolle des leicht tumben Antiquitätenfans homerotisch und frohgemut dahertänzelt und zwitschert, um dann jäh - als es Licht wird - brüllend zum angeschossenen Löwen zu mutieren, der schier den Verstand verliert. Man hat insgesamt wohl seinen Spaß, wenn man auch Peter Shaffer, den englischen Erfolgsautoren des Boulevards und Schöpfer des unvergleichlichen "Amadeus" nicht ganz so platt hätte servieren sollen. Für den jungen Robert Glatzeder übrigens ein gut bewältigter Meilenstein auf seinem Karriereweg. A.C.
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