|
Ristorante Immortale "vom provisorischen Leben" von der Gruppe FLÖZ
|
Masken, die zu Menschen werden |
|
|
Ein Gastspiel im Glashaus der
von: Paco Gonzalez, Björn Leese, Hajo Schüler und Michael Vogel In der vielfältigen Theaterlandschaft Berlins gehört dieses wortlose, virtuose Spiel mit seinen tänzerischen und akrobatischen Stilmitteln zu den herausragenden Erlebnissen.
|
Irgendwozwischen Himmel und Hölle, mitten im Universum und doch am Ende der Welt, dort steht es, das „Ristorante Immortale". Täglich trifft die unermüdliche Belegschaft alle Vorbereitungen, täglich öffnet dieser Mikrokosmos seine Pforten – und doch bleibt das vergessene Lokal ein seltsamer Ort ohne Sinn: eine rührende Allegorie in vier absurden Bildern über die Merkwürdigkeiten des menschlichen Daseins. Der Chef selbst trägt eisern die Verantwortung und hofft beständig, dass es mit dem Betrieb schon irgendwie weitergeht – obwohl alle Anzeichen dagegen sprechen. Da ist der junge unbedarfte Anfänger-Kellner, der mit Osterglocken in der Hand eine neue Zeit einläuten möchte, jedoch schnell lernt, sich anzupassen. Dann der ebenso eitle wie ehrgeizige Oberkellner, der davon träumt, den Laden zu übernehmen, der immer im Mittelpunkt stehen möchte und ständig in diesem höchst akrobatischen Hin- und Herflitzen- im wahrsten Sinne des Wortes - über das Ziel hinausschießt. Und schließlich der alte Ober, fast Teil des Inventars, der schon lange in Pension gehen sollte, und den nur seine Bequemlichkeit an diesem gottverlassenen Ort hält. Dazu kommt die dicke Köchin, die wie die Mittlerin zu einer anderen Welt hinter der Durchreiche in Küche lebt. Da ist sie selbst ihr eigener Gast und es bleibt ihr viel Zeit, Musik auf ihrem Akkordeon zu machen. So bereitet sie ganz nebenbei ein erlesenes musikalisches Menü vor. So wie sich die Tage scheinbar im Kreise drehen, geht es den Personen auch. In einer Welt, in der sich das Leben nur noch um sich selbst dreht, entsteht ein phantastisches Labyrinth von Beziehungen, Ängsten und Wünschen. Das Restaurant ist das Schicksal jedes einzelnen, sein Traum, seine Erinnerung, ja sein Selbst. A.C.
|