Cash

oder Ewig rauschen die Gelder

von Michael Cooney

                      Schach dem Staat

 

 

 z.Zt. nicht im Programm

Maxim Gorki Studio

Regie: Bernd Mottl

mit: Ursula Werner, Monika Hetterle, Anja Fischer,  Ulrich Anschütz, Jaqueline Macaulay, Norman Schenk, Thomas Bischofberger, Hilmar Baumann, Eckhard Strehle, Fabian Krüger

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Im Gorki-Studio feiert die Farce fröhliche Urständ. Schön, dass eine erfolgreiche Sozialsatire britischer Machart jetzt auch in einem Theater in Berlin-Mitte Einzug halten durfte. Bislang war man hier Schwerblütigeres gewohnt. Vielleicht bedurfte es deshalb auch einer längeren Anwärmphase, bis das Spiel um saftige Betrügereien an Arbeits- und Sozialamt, die Bernd Mottl überwiegend mit schneller Hand und raschem Witz sprühend in Szene setzte, so richtig in Schwung kam.

Ulrich Anschütz als kauziger Gauner Eric Swan ist seit zwei Jahren arbeitslos. Um dies vor seiner nichtsahnenden Ehefrau Linda (Jaqueline Macaulay) zu verbergen und sich ein gutes Einkommen zu sichern, hat er ein beachtliches Netz von imaginären Untermietern aufgebaut, die allesamt arbeitsunfähig sind und von tausendundein öffentlichen Leistungen gut und bislang unbehelligt "leben"

Doch das Lügengebäude droht jäh einzustürzen, als sich ein beflissener Mitarbeiter der kräftig angezapften Behörde zur Überprüfung der Mitbewohner einfindet (Norman Schenk zunächst als überaus korrekter Beamter und dann völlig aus den Fugen!) und Eric blitzschnell einige seiner erfundenen Mitbewohner sterben lassen muss. Der einzig echte Mieter ist Norman (eine Glanzrolle für Thomas Bischofberger), der blitzartig die verschiedenen Rollen aus der phantasievoll aufgestellten Liste der Mitbewohner übernehmen muss, bis er nicht mehr weiß, wo ihm wessen Kopf steht. Um das Durcheinander komplett zu machen, tauchen zudem noch eine Dame vom Frauenverein (todchic: Ursula Werner) und Onkel George auf (Hilmar Baumann), ein ungebetener Bestattungsunternehmer (Eckhard Strehle), unerwartet natürlich auch Erics Frau Linda und Normas Verlobte (Anja Fischer) sowie ein skurriler Eheberater (Fabian Krüger).

In diesem Chaos von Leuten, von denen jeder einen anderen sucht oder für einen anderen gehalten wird, wo ein Lebender tot ist und auch Eric letztlich den Durchblick verliert, gibt es nur eine Erlösung, die sich sinnigerweise in der Person der autoritätsgebietenden Sozialamtsleiterin (Monika Hetterle) ankündigt. Am Ende dieser wahnwitzigen Gaunerkomödie stürzt eine Wand ein, der ohnehin bereits stark ramponierte Mann der Behörde fliegt vom Dach, die Verlobte aus dem Fenster, die unsichtbar mitspielende Waschmaschine in der Küche explodiert und Rauch und Feuer halten Einzug. Das Funken sprühende Spiel ist aus und Eric gesteht geschlagen seine Missetaten. Doch weil alles auf den Kopf gestellt ist, gibt es natürlich auch einen verblüffenden Gag zum Schluss, Eric kommt zu Amt und Auskommen! A.C.