Ladies Night

von Stephen Sinclair und Anthony McCarten

  

Männer- Strip zur Lebensbewältigung

 

 

 

Tribüne

Regie: Folke Braband

Bühne:Tom Presting

Kostüme: Polly Matthies, Choreographie: Angela Hercules-Joseph

mit

Rainer Behrend,Steffen Bielig, Axel Buchholz, Tim-Owe Georgi/Gerd Lukas Storzer, Benjamin Knight, Thomas Pötzsch, Rainer Reiners

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"Ladies
Night" ist ein Versprechen und die vielleicht letzte Hoffnung der arbeitslosen Freundesclique, die in einer armseligen englischen Industriestadt ihr Dasein mit durchaus nicht immer reinen Geschäften zu bewältigen versucht. Äußerlich sind die arbeitslosen Jungs natürlich alle cool, brutal, selbstsicher, alles funktioniert bestens - doch das heulende Elend wartet bereits hinter jedem geleerten Bier, das auf Pump bestellt wurde. Da kommt einer von ihnen auf eine grandiose Idee - einen Striptease für Damen auf die Bretter zu stellen - warum sollte das nicht der Renner der Saison werden! Damit könnten sie  ihre löchrigen Portemonnaies flicken, die Familien wieder

 sattmachen, die Beziehungen kitten und das eigene zerstörte Selbstbewusstsein wieder aufbauen?

Doch der Weg dahin ist weit, so mancher Rückschlag, manche Schicksalsfalle scheint ihnen den Weg zum Erfolg zu versperren. Eigentlich ist das Ganze eine schrecklich tragische Geschichte von bedauernswerten Einzelkämpfern und Außenseitern unserer Gesellschaft, die sich selbst eigentlich schon lange aufgegeben hätten, käme da nicht immer wieder ein kleiner Kick, der sie an- und vorwärts treibt. Und es wäre vielleicht ein Trauerspiel, gäbe es da nicht Folke Braband, der aus dem Erfolgsfilm nun auch ein Erfolgsschauspiel gezaubert hat - man lacht und ist gerührt, immer abwechseln. Man ist immer gebannt, was nun denn noch passieren könnte - die Frauen jauchzen, die Männer freuen sich, dass sie nicht auf der Bühne stehen; am Ende ist der Beifall laut und heftig und beinahe endlos. Eine Berliner Besucherorganisation belobigte Regisseur und Schauspieler für die beste Aufführung des Jahres. Die schönste Auszeichnung aber: das Publikum bleibt niemals aus. A.C.