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Flimmer-Billy von
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Wie man die TV-Sucht bekämpfen könnte... |
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Theaterstück für Menschen von 6 -60 in der Schiller-Werkstatt Regie: Jens Neumann Dramaturgie: Fabian Schneider, Dietrich Lehmann, Georg Kistner Thomas Ahrens in den Rollen von Billy Bergmann, einem fernsehsüchtigen Schuljungen; Herrn Tesic, Sabinas verständnisvollenVater und dem köstlich sächselnden Altenpfleger Heinz-Otto Claudia Balko spielt die phantasievolle Schulkameradin von Billy, Sabina Tesic, sowie deren Mutter Frau Tesic, und natürlich Billys Mutter und seine Urgroßmutter Therese. Thomas Holm begleitet schwung- und phantasievoll das turbulente Spiel mit Perkussion und Vibraphon
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Da hat jemand ein Theaterstück geschrieben, der Kinder liebt, ja, der Menschen liebt, an sie glaubt, an ihre Fähigkeit und die Möglichkeit, mit Geduld, Verständnis und Phantasie viele Probleme lösen zu können. Thomas Ahrens ist nicht nur ein vielseitiger Schauspieler, der jede Rolle mit so viel Bravour und Witz ausfüllt, dass es schon das pure Vergnügen ist, ihm zuzuschauen, seine Mimik und seine Grimassen zu bestaunen, seine wandlungsfähige Stimme zu hören, seine flexible Gebärdensprache für künftige Schauspieler als beispielhaft vorzuführen. Er ist auch ein guter Autor, der die Charaktere und Situationen bestens kennt, die er beschreibt.. Und so mimt er selbst natürlich diesen widerborstigen, fernsehsüchtigen Bengel Billy, der allerlei Tricks und Kniffe kennt, sich nach dem totalen Fernsehverbot zuhause bei dem eigentlich ungeliebten Nachbarsmädchen und der Urgroßmutter im Altenheim einzuschleichen, um seine geliebte Saurier-DVD zum hundertsten Mal ansehen zu können. Dabei kennt er jeden Ton auswendig, kann die gesamte Handlung nicht nur nacherzählen, sondern zum Fürchten echt nachspielen - allein es nützt nichts; bei Sabina hat die Mutter die Kindersicherung eingeschaltet, ( um Tochter und Vater gleichsam vor zuviel TV-Konsum zu schützen!) bei der Oma ist der Fernseher ohne Bild; Da ist guter Rat teuer. Eigentlich sind sie ziemlich schnell alle ziemlich ratlos, nacheinander, und aus unterschiedlichen Gründen: Billy, weil der Fernseher für ihn ja eine Ersatzmama ist, aber das weiß er natürlich nicht. Sabina, weil Billy ihr im wilden Dinosaurierspiel das teure Geburtstagsgeschenk für ihre Mutter zerstört hat; die Oma, weil ihr Fernsehapparat nicht funktioniert, und Billy Mutter, weil sie, wie auch Billys Lehrerin, gegen den bockbeinigen kleinen Kerl nichts auszurichten vermag. Der trotzt und greint wie ein kleines Kind. Ist er ja auch. Und die vielen Kinder im Zuschauerraum freuen sich über alle Maßen über diesen Billy, den sie wohl auch aus dem wirklichen Leben kennen. Und auch über die ungewöhnliche Sabina, die mutig ist und das Herz auf dem rechten Fleck hat, dazu viel Phantasie. Und sie vollbringt zwei große Taten: sie bringt Billy dazu, sich Gedanken zu machen, wie er das Mißgeschick wieder gutmachen kann und wie man auch ohne fernzusehen, sich toll vergnügen kann. Er lernt wieder zu spielen. Dass auch Claudia Balko ihre vier Rollen mit nur wenigen Veränderungen der Requisite wunderbar ausgestaltet, wird von Jung und Alt im Publikum mit freudigem Beifall honoriert. Mal ist sie die verzweifelte Mutter Billys, die nach Fassung und Worten ringt, um ja nicht auszurasten. Aber alle Beherrschung ist schwer, allein tief durchzuatmen, genügt wohl doch nicht. Da ist sie als entzückende Urgroßmutter im Rollstuhl, deren Grimassen deutlich signalisieren, wer hier wen an der Nase herumführt, und schließlich stibitzt sie Billy auch noch die Dino-DVD! Als Sabinas Mutter zeigt sie eine typische weibliche Note, die sehr gut und genau beweist, was Frauen wirklich wünschen... Und als Sabina ist sie ebenso energisch wie kindlich-reizend, sodass ihr der plötzlich gar nicht mehr so ätzende Billy schließlich wie ein ergebenes Hündchen leinenlos folgt! Als ein Musiker, der selbst viel Spaß an seiner Zauberei auf und mit seinen Instrumenten hat, beweist sich Thomas Holm, der ganz sicher auch ein hervorragender Jazzer ist oder? Viel Spaß bei diesem fröhlichen und doch lehrreichen Paradestück mit optimistischer Multi-Kulti-Einlage nach guter alter Gripsart. A.C.
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