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Nebenan - eine Kinderoper
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Zu Zweit ist man nicht mehr allein Ein Singspiel für kleine und große Leute
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Aus dem Dänischen von Volker Quandt Regie: Jens Neumann, Bühne: Uwe Nebe, Kostüme: Marie Landgraf mit: Thomas Arens, Ilona Schulz und Bettina Koch (am Klavier)
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Warum eigentlich ärgert sich der Mann von "nebenan" immer wieder so arg, wenn ihm die Nachbarin allabendlich ein wunderbares Essen an die Tür bringt? Jedesmal verrammelt er Punkt 18 Uhr mit bangendem und klopfenden Herzen seine Tür, stellt Tisch und Stuhl davor, um dann doch in letzter Sekunde zu öffnen, wenn es pocht. Und widerwillig, doch bereits hingegeben an den wunderbaren Duft der Speise, reißt er der Frau den Teller aus der Hand, kein Dankeschön, kein Lob, kein Kommentar. Und sie? Warum kocht sie jeden Abend, den Gott werden läßt, aufs Neue für den grantigen Seebären, der literweise Bier trinkt, ihr jedesmal den Platz auf der Gemeinschaftstoilette fortnimmt, niemals die Papierrolle wechselt und ihr die Zeitung vor der Nase wegschnappt? Was sie beide verbindet, diese Frau und diesen Mann, das sind: ihre Träume und ihre Einsamkeit; sie legt sich die Karten, er bastelt an einem Schiffsmodell ( auf das man leider in der sonst entzückenden Inszenierung verzichtet hat), und sie können einander einfach nicht näher kommen, weil sich im Laufe der Jahre die Scheu wie ein unüberwindbarer Turm vor ihnen aufgebaut und sie in einen Kokon des Schweigens eingehüllt hat. Der dänische Autor und Komponist wurde zu diesem ebenso einfach wie kunstvoll aufgebauten Singspiel inspiriert, als er eines Tages in seinem Wohnhaus beobachtete, wie eine Frau mit einem Teller voll Gulasch an die Tür ihres Nachbarn klopfte, diese sich öffnete, ein Mann den Teller wortlos entgegennahm und die Tür wieder zuschlug... Welche Trostlosigkeit, welche
Einsamkeit, mag da Michael Ramlöse gedacht haben, und er setzte sich an
sein Klavier und machte daraus eine kleine heitere Kinderoper, die
natürlich auch und in vielen Phasen ebensogut für Erwachsene taugt. Jens
Neumann führt seine beiden Top-Darsteller Ilona Schulz als
verschüchtertes bescheidenes Häschen, das kaum merklich über die Gänge
huscht, seine kleinen bescheidenen Appetithäppchen mehr kostet als
konsumiert und Thomas Ahrens als bärbeißigen arbeitslosen Seemann, der
kräftig und herrisch aufzutreten vermag und doch so hilflos und verquer
im Leben herumirrt - wo doch ein einziges freundliches Wort schon die
Welt verändern könnte! Eine gute Idee, dieses vor langer Zeit, nämlich 1996, inszenierte Stück noch einmal aufzunehmen, Kindern die ersten Schritte zur Oper zu bahnen und ein kleines kunstvolles Kabinettstück an Theaterkultur als letzte Premiere in dieser Saison ( und in der Probebühne am Schillertheater!) zu präsentieren! A.C.
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