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Pechvogel und Glückskind von
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Wenn man von einer Prinzessin geküsst wird... |
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Eine kleine Oper für Kinder ab 8 Jahren nach dem gleichnamigen Märchen von Richard von Volkmann-Leander Musik, Text und Inszenierung: Wilfried Radeke Pechvogel: Janko Danailow An der Harfe: Domenica Reetz |
Gibt es das? - Da gelingt dem einen alles und dem anderen nichts. Was er anfasst, fällt daneben, was er aufbaut, zerbricht. Wenn er etwas Gutes tun will, macht er garantiert das Falsche, was er mit den Händen errichtet, wirft er mit dem Rücken wieder um. Alles, was er sagt, ist falsch. Es ist ein Graus. Und der arme kleine Junge heißt dann auch, von allen gehänselt, nur noch Pechvogel. Mit der strengen Tante Irmelind gerät er immerfort in Konflikt: Er schüttet ihr versehentlich den Tee über das Kleid, das Tablett rutscht ihm aus der Hand, und nun fällt auch noch alles Geschirr zu den Boden- es ist ein Kreuz. Und weinend und verzweifelt verlässt der arme Pechvogel sein Zuhause und begibt sich - irgendwohin, nirgendwohin. Nun wäre das wirklich kein hübsches Märchen mit gewinnend hinzugefügter Vertonung, wenn da nicht ein kleines Glückkind als Gegenpol auf den Jungen warten würde. Die hübsche Prinzessin im Land der unendlichen Glückseligkeit weiß natürlich noch nichts von ihrem Schicksal, das allerdings getrübt sein wird. Und ihr Vater, der allmächtige König Bummiphol, der nichts auf der Welt lieber wünscht, als das sein umsorgtes Töchterchen stets zufrieden und froh zu sehen, und der deshalb das Weinen in seinem Königreich einfach verboten hat, gerät natürlich außer sich, als er die kleine Prinzessin eines Tages hemmungslos schluchzend auffindet. Was ist geschehen? Da haben sich Pechvogel und Glückskind im Garten des Palastes getroffen und Freundschaft geschlossen. Und damit Pechvogel auch ein bisschen glücklich wird, hat die Prinzessin ihm einen Kuss gegeben. Einen langen Kuss... Und da ist Pechvogel auf einmal froh und glücklich, doch die arme Prinzessin hat jäh ein schweres Herz; und die Tränen kullern ihr nur so über die Wangen. Was ist da geschehen? Hat Pechvogel ihr wirklich das Glück gestohlen, und muss er deshalb sein Leben verlieren, wie der zornige König es vorgesehen hat? Oder wird sich doch wieder alles zum Guten und Rechten wenden, und können Glückskind und Pechvogel ihr gemeinsames Glück finden? Das ist mitfühlend und herzlich erzählt und inszeniert und ganz reizend gespielt von den drei Sängern und Schauspielern, so dass die Kinder im kleinen Saal der Neuköllner Oper dem Märchenspiel mucksmäuschenstill und gebannt folgen. Und eigentlich ist es doch wie im richtigen Leben - da gibt es manchen Tages ausgesprochene Pechsträhnen, aber dann scheint auch wieder die Sonne, und der Mensch kann wieder lachen. Nicht umsonst heißt es im Sprichwort:, dass jedermann seines Glückes Schmied sei, und dass Glück und Pech zusammengehören wie Tag und Nacht. Und niemand klebt das Pech fortwährend an den Füßen, und keiner wird immerzu nur lachen können. Das sollten sich vor allem auch die Erwachsenen merken, wenn sie ihr Kind gedankenlos als Pechvogel stigmatisieren. A.C.
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