Puppentheater

mit und bei
Hans-Wurst-Nachfahren

  

 

Hans Wurst und seine Nachkommen -25 Jahre Puppentheater

    

Jubiläumsprogramm im

  Theater am Winterfeldplatz

  Abendprogramm

mit dem Theater Wilde Mischung "Oh, mein Gott" - die großen Religionen - ein Kasperltheater?

dem Puppentheater Gugelhupf "Plattschuss" - Frieder Kräuter aus Rastatt

dem Kobalt Figurentheater "Othello" von W. Shakespeare , Koproduktion mit dem Staatstheater Meiningen - eine Inszenierung mit Marionetten und Masken

Anton Tschechow: "Über die Schädlichkeit des Tabaks" und "Der Heiratsantrag" -2 groteske Einakter - Hans-Wurst-Nachfahren

 

Das reichhaltige Kinderprogramm ist bei www.hans-wurst-nachfahren.de aufgelistet

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Mit seiner wundervollen Buchpräsentation macht sich das Theater am Winterfeldplatz vielleicht selbst das schönste Geburtstagsgeschenk: Eine Bilanz ihres 25jährigen künstlerischen Schaffens und Wirkens und die Anerkennung ihrer Freunde und Förderer sind in diesem Band prachtvoll dokumentiert. Siegfried Heinzmann und Barbara Kilian haben mit ihren vielen Mitarbeiter allen räumlichen, zeitlichen, finanziellen und baulichen Widrigkeiten zum Trotz - ein einzigartiges Privattheater geschaffen. Zu erklären ist es nur mit ihrer gemeinsamen, einzigen großen Leidenschaft: Theater mit Puppen zu gestalten; Phantasiefiguren zu erdenken, zu zeichnen, zu formen, zu schnitzen, zu nähen, zu konstruieren. Puppen, die immer anders, immer neu und bühnenwirksam sind, kleine und große Zuschauer gleichermaßen faszinieren, Texte und Geschichten zu präparieren, dass sie in ihrer zeitlosen Schönheit und Aussagekraft lebendig werden. Es gibt seit jeher Programme für die Kleinen,   Kindergarten- und Schulkinder, und für die Erwachsenen, die niemals groß geworden sind im Sinne des Abgeklärten und Abgehobenen. So wie Siegfried Heinzmann, so habe ich mir immer einen Puppenspieler vorgestellt, seitdem ich zum ersten Mal als kleines Kind über einen Puppenspieler las. Der Puppenspieler, so lautete auch der Titel jenes Buches, war ebenso markant und umfassend, ruhig, gleichsam im ständigen Zwiegespräch mit seinen Geschöpfen, die in ihm und aus ihm sprechen. Und Barbara Kilian kommt mir immer vor wie eine Märchenprinzessin - aber sie spielt und spricht auch andere Rollen, böse, sehr böse, wenn sie beispielsweise Dürrenmatts Strindberg-Adaption lebendig werden läßt.

Das Buch über die Hans-Wurst-Nachfahren in Berlin spricht alle Sinne an: es schmiegt sich wie Seide in den Händen beim Blättern, es duftet nach ganz frischem Druck, seine Bilder sind so lebendig, als ob nur eben gerade kurz der Ablauf des Spiels unterbrochen worden ist. Die grafische Gestaltung ist außerordentlich vielseitig, bunt, lebendig - die Texte sind sparsam, bescheiden und informativ. Zu jeder Inszenierung gibt es einen kurzen Hergang, eine kleine Geschichte; dazu Zeichnungen, die der Herstellung  der Puppen und dem Bau der Bühne vorangehen. Plastische Szenenbilder und zahlreiche Kritikerfreundlichkeiten, die Herz und Verstand ansprechen - ein empfehlenswertes Buch für alle Freunde des Figurentheaters.

Das Puppenspiel wird, solange es Künstler und Zuschauer gibt, die sich dieser zauberhaften Verwandlung und Identifikation hingeben können, nicht verloren gehen. Dafür sorgt in Berlin auch und ganz besonders die Abteilung für Puppenspielkunst an der Ernst-Busch-Hochschule. Und da kommen die ganz jungen Leute mit gut gelerntem Handwerk und neuen Ideen anspaziert - man sollt e nicht meinen, welche Vielfalt und Entfaltungsmöglichkeit das  Figurentheater heute in sich birgt. Hans Wurst, der alte Jahrmarktskasper, hat eine reiche Nachkommenschaft.  A.C.