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Titus
von
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Wenn jetzt ein Fisch aus der Luft fällt...
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für junge Menschen ab 13 Jahre
aus dem Niederländischen
von Eva Maria Pieper Regie: Stephan Beer Ausstattung: Dorothee Neuling Es spielt Robert Neumann
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Es gibt bei den Puppenspielern eine letzte Aufgabe, die sie zu Meistern macht: sie müssen Stück, Requisite, Regie und Spiel mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln selbst bauen, einstudieren und vortragen - es gab in den letzten Jahren dabei wirklich überraschende Leistungen, die in jedem Jahr in der Schaubude an der Greifswalder Straße präsentiert werden. Ein lohnender Besuch. Ähnlich konzipiert wirkt das kleine Einpersonenstück "Titus", das ein sehr jung wirkender Schauspieler aus Leipzig sozusagen als Einstandsübung in das Berliner Jugendtheater Grips einbringt. Es ist kein großartiges, nachdenkliches oder gar intellektuell-lehrreiches Stück, das der Niederländer Jan Sobrie sich da ausgedacht hat. Doch es bedarf schon einiger Fingerfertigkeit, um einen Dachboden dergestalt auszuschmücken - mit drei Wandtafeln, einem alten Fernseher sowie drei Farbtöpfen, die als Sitzmöbel oder auch als Trauerweide in der Landschaft dienen, nunmehr behängt mit einer Jacke. Auf den Tafeln steht alles, was dem Siebtklässler Titus so einfällt: seine Freuden, sein Leid, sein Liebeskummer, seine Träume, sein Glück und seine Trauer rum die verlorene Mutter, seine Wut gegen den Vater, der keine Zeit für ihn hat, weil er sich in seiner Metzgerei abschuftet. Vielleicht hegt Titus aber den größten Unwillen gegen seinen Namen, den er als phantasielose Erinnerung an des Vaters Lieblingsschwein erhielt. Aber Titus, ein für einen Siebtklässler wahrlich aufgeweckter Junge, kennt ohne Frage die Shakespeare-Figur Titus Adronicus, der nicht gerade zimperlich mit seinen gotischen Feind(innen) und Gefangenen umging und fürchterliche Bluttaten an ihnen übte. In Gedanken an diesen mächtigen römischen Namensvetter fühlt sich Titus stark, und auch, indem er Lehrer und Schulleiter in Atem hält, weil er selbstmörderisch auf dem Schuldach herumwankt und jedermann glauben läßt, er wolle sich in die Tiefe stürzen. Vielleicht will er das auch wirklich. Doch während er sein kleines Leben Revue passieren lässt und nachdem er sich selbst tüchtig bedauert hat, weil ein Leben ohne Mama, ohne Omi, ohne Freundin Tina und mit einem Papa, der selbst am Ende ist und vor lauter Kummer die Einsamkeit seines kleinen Jungen nicht sehen kann, doch eigentlich auch beendet werden könnte. Doch dann kommen Titus in diesem Monolog, den er recht lebhaft vorträgt, doch Zweifel an seinem Vorhaben. Denn eigentlich ist das Leben doch wohl lebenswert, auch wenn sich Poesie und Vorstellung von der Wirklichkeit sehr unterscheiden. Und man möchte ihm (und dem Autor) raten, es nicht so sehr mit römischen Gewaltherrschern zu halten, sondern mehr mit den "Bremer Stadtmusikanten", die einander halb verhungert und verzweifelt aufsammeln und mit den sinnreichen Worten "etwas Besseres als den Tod findest du allemal" wieder ins Leben zurückrufen! Ganz sicher ist Robert Neumann ein Gewinn für das Grips-Theater, auch wenn er in diesem Stück nicht seine ganzen Begabungen ausspielen kann. Aber das liegt an der zum Teil doch leicht überhöhten kindlichen Reflektion, die weder altersgemäß noch psychologisch stimmig ist. A.C.
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