Väterchen Frost- ein russisches Weihnachtsmärchen

nacherzählt 

von Annette Reber

 

Bei allen Völkern zuhause

Märchenland ist überall 

 

 

 im Programm zur Winterzeit am

Maxim Gorki Theater

Regie: Adriana Altaras

 

Bühne und Kostüme: Tatjana Lyssenko

Musik und Gesang: Victoria Perskaya

mit Hilmar Baumann, Ulrich Anschütz, Anna Kubin, Ursula Werner, Tim Hoffmann, Rosa Enskat, Norman Schenk, Dietmar Obst, Victoria Perskaya, Florian Meyer

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Das Schönste an diesem Märchen von einem guten und einem bösen Mädchen, einer schrecklichen Stiefmutter und einem trotteligen Vater, einem aufgeblasenen schönen jungen Mann, einer komischen alten Hexe, einem drolligen Räubertrio und einem gutmütigen Väterchen Frost sind die prächtigen Kostüme und phantasievollen Bühnenbilder, die in die Welt der Sagen und Mythen führen. Längst gehören die Geschichten von Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Goldmarie und Pechmarie zum Kulturgut vieler europäischer Völker, wurden von wandernden und fahrenden Kaufleuten und Abenteurern in alle Welt getragen, erzählt, neu geformt, mit den Sagengestalten anderer Kulturkreise verwoben. So ist auch die Geschichte von Väterchen Frost, dem leider nur eine kleine Rolle als gerechter Zar-Übervater vergönnt ist, ein Potpourri der uns bekannten Volksmärchen.

Das ist insofern schade, weil das typisch russische Element, die lebensbejahende Kraft, die alle Schwermut (und Gefahren) phantasievoll besiegt, das Geheimnisvolle seiner klirrend-kalten Winter, die Farbenpracht der Trachten, die Verbundenheit zu Mütterchen Natur in diesem bunten Allerlei verblassen. Trotz der wohl beabsichtigten Brüche zwischen Spiel und Wirklichkeit, in der die Kinder "pädagogisch wertvoll" animiert werden, ist dies eine hübsche Inszenierung, in der es schon vor der Tür schneit, ein Pilz zaubern kann, eine Hexe überlistet wird, beinahe alle Rätsel gelöst und keine Fragen mehr offen sind. Für Kinder ab 5 Jahren. A.C.