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Winner & Looser von Lutz Hübner |
Sex,Sex,Sex
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Regie: Frank Panhans, Choreographie: Romy Hochbaum, Musik/Video: Jan Maihorn, Bühne: Tom Presting, Kostüme: Polly Matthies, Dramaturgie, Regine Bruckmann mit: Julia Schubert, Stephanie Schreiter, Katja Götz, Robert Neumann, Daniel Jeroma, Roland Wolf
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Die Schlagzeile "30 000 Euro Sachschaden nach Jugendfete" inspirierte den Autor nach eigener Aussage zu diesem Stück, das jetzt im Grips Theater als ausgelassenes Partyspektakel mit sehr viel Engagement gespielt wird. Die Beweglichkeit und Hingabe der jungen Darsteller allerdings kann nicht über die Leere dieses Stückes hinwegtäuschen; es fehlt jene Tiefe, mit der Hübner in "Nellie Good Bye" oder "Das Herz eines Boxers" bewegte. Das Thema selbst - wer ist der Beste, Größte, wer bekommt den tollsten Job, die schönste Frau, das schnellste Auto, wer hat immer Glück und wer bleibt stets draußen vor den Türen des Erfolgs? - das ist schon mächtig attraktiv, bewegt allerdings wohl mehr den Autor als die Jugendlichen selbst, nimmt man dieses Stück als Grundaussage. Hier geht es vorwiegend um Sex und Anmache, um Trinkfestigkeit und ausgelassenes, schwereloses Partyvergnügen; ob dieser drahtige, emotional hochgepeitschte Typ Julian wirklich der totale looser ist, bleibt für mich fraglich; denn er ist zwar hochgradig ausgeflippt und neurotisch versessen auf vor allem sexuellen Erfolg; zudem ist er hypernervös und bewegt sich fast schon bedenklich nah an der Grenze zum Krankhaften, so dass man ihn in dieser Version des hervorragend agierenden Daniel Jeroma nicht als typischen looser verstehen sollte. Mit seinem Freund Andi, mit dem Newcomer Robert Neumann besetzt, steht ihm ein ruhiger, selbstsicherer kluger Kopf gegenüber, der zwar bei Mädchen recht scheu ist, doch ansonsten wohl weiß, wie er die Zukunft nach dem Abitur zumeistern gedenkt. Und auch den leicht übergeschnappten Sven, dank Roland Wolf ein echter, herzlicher Freund, kann man sich als looser nicht so recht vorstellen, nur weil er bei Mädchen - noch - keinen rechten Erfolg hat und sich so verlottert kleidet. Die beiden Mädchen, Marie (Kulia Schubert) und Annika (Stephanie Schreiter) fetzen sich auf unangenehmste Art, die man nicht allen Schwestern wünschen möchte, wobei die frühreife Unbedarftheit der Annika weitaus sympathischer ist als die spröde Kühle der eher hysterischen Marie, die zwar als die Schönste im Land, das heißt, auf ihrer Schule gekürt wurde, doch Liebreiz und Ausstrahlung stark vermissen läßt. Als exzentrische Partynudel Silvana, die da jäh in die kleine Runde hereinschneit und alle aufmischt, gibt Katja Götz ein hinreißende Vorstellung - köstlich, sexistisch, doch was ist sie mehr als eine Diebin, die von Party zu Party jettet, um abzustauben, was sie bekommen kann? Alle Charaktere erscheinen unausgewogen, zufällig hingetuscht, allerdings mit viel Drive und flippigen Klamotten versehen, trinkfest und äußerst aggressiv, allein auf Sex versessen die Jungen, auf Amüsement, wie auch immer, die Mädchen. Da erinnere ich mich nur allzu gern an das hervorragende Schauspiel "Die Klasse der Besten", das die Jugendlichen zwar auch nicht sympathischer erscheinen ließ, aber ihre Suche nach Identität sowie die Probleme in ihrem sozialen Umfeld und ihren Ehrgeizes eisglatt und schmerzhaft herausgearbeitet hat. Dass diese entsetzliche Party, die nur der Liebesanbahnung von Marie und Andi gelten sollte, so desaströs endet, dass Julian keine echte Beziehung aufbauen und Marie um ihrer selbst willen geliebt werden möchte - diese Gedanken reichen wohl nicht aus, um Grundlegendes über das Wie und Warum von Gewinnern und Verlierern im Alter von 17 Jahren aufzuzeigen. A.C.
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