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Biedermann und die Brandstifter von
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Mit Tatütata hinein in den Weltenbrand
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Regie: Cornelia Cromholz; Bühnenbild: und Kostüme: Maria-Elena Amos; Dramaturgie: Jutta Ferbers; Musik: Alfons Nowacki
mit: Larissa Fuchs (Anna); Britta Jarmers (Witwe Knechtling); Roman Kanonik (Chor); Michael Kinkel (ein Polizist, Chor); Peter Luppa (zweiter Polizist, Chor), Detlef Lutz (Chor), Michael Rothmann (Schmitz); Marko Schmidt (ein Dr.phil, Chor); Stephan Schäfer (Chor), Swelana Schönfeld (Babette Biedermann); Andreas Seifert (Chorführer), Norbert Stöss (Eisenring), Thomas Wittmann (Herr Biedermann)
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Immer wieder verspricht das Programm des Berliner Ensembles „Letzte Aufführung – und doch scheint es dermaßen viele interessierte Schulklassen (und Lehrer) in Berlin zu geben , die Max Frisch’ „Biedermann und die Brandstifter“ aus dem Jahr 1949 ansehen möchten, so dass sich die Inszenierung von Cornelia Cromholz ständig von selbst erneuert. Also brechen weiterhin ungebändigte forsch fröhliche Feuerwehrmänner durch des Herrn Biedermann gute Stube, schleudern mit Schläuchen und prophezeien und gemahnen - eigentlich als Pendant zum Chorus der Antike, hier aber mehr als Schützenvereinsabordnung - das Unheil, dass sich bereits über der Stadt ausgebreitet hat. Kräftigt tönend und mit rummelartigem Furore zieht sich die schwarzhumorige Satire n nun seit mehr als zwei Spielzeiten des Schweizer Schriftstellers, der von Brecht lernte und dann doch ein Theater mit eigener Handschrift prägte, über die Probebühne, der zweiten Spielstätte im Seitenhaus des Brechttheaters. Hier residieren Herr Gottlieb Biedermann, großspurig, gönnerhaft, wenn es seinem Ego nützt, doch, kleinkrämerisch, kaltherzig, wenn er sozial gefordert wird. Ein Typus Mensch, der nicht nur in der Schweiz oder in Deutschland zuhause ist, sondern eben überall, wo sich der Bürger als Biedermann offenbart, Generosität vorwiegend zum Schutz der eigenen Person (und des Geschäfts) zeigt, dem Schwachen und Abhängigen jedoch jede Mitmenschlichkeit brutal verweigert! Dafür ist er leichtgläubig und devot gegenüber allen, die ihm schmeicheln, er ist blind gegenüber politischen Hasardeuren und Abenteurern, die listig und verschlagen und verlogen die verbreitete Dummheit der Gutgläubigen und Ängstlichen zu ihrem bösen Spiel missbrauchen – oder zur Machtergreifung. Es bedarf keiner scharfen Interpretation, um die beiden Brandstifter, die sich da so unverfroren und verschlagen-frech mit dreister Offenheit in Biedermanns Haus, auf dem leucht entzündbaren Dachboden, einnisten – gegen den schwachen Widerstand der betulich neureichen Gattin und mit Hilfe des lockeren Dienstmädchens - als eben jene politischen Brandstifter zu entlarven, die Deutschland und Europa einst entzündeten! Doch die stets latent lauernde Gefahr des Weltbrandes wird leider ziemlich heruntergespielt – durch eine ausgesprochen vordergründige Darstellung der sich steigernden Dreistigkeit der beiden Herren, die sich als arme, doch rechtschaffene Obdachlose ausgeben, ohne großes Versteckspiel Benzinfässer auf den Dachboden schaffen und sich sogar von dem Herrn des Hauses noch beim Verlegen der Zündschnur helfen und Streichhölzer geben lassen. Es wäre wirklich komisch, wenn der dunkle Witz die eitle Leichtgläubigkeit der Biedermänner dieser Welt subtiler entlarven würde und uns damit wirklich das Gruseln lehrte als es in dieser plakativen Darstellung geschieht. Auch der Chor der gartenzwergähnlich verkleideten Feuerwehrleute, die nunmehr durch die abgebrannte Bude trampeln und ihre Warnung als vollzogenes Unheil hinterherschicken, geriet sich leider zum reinsten Klamauk in einem Spiel mit einem tändelnden Dienstmädchen, einer schwarz maskierten Witwe, deren Mann durch Biedermanns Schuld den Freitod wählte, weil der Unternehmer ihn grundlos gekündigt hatte, zwei polternden asozialen Bösewichter und einem nervösen, hektischen Ehepaar. Eine insgesamt enttäuschende Inszenierung. Denn eigentlich ist dieses Stück niemals unaktuell, im Widerschein der aktuellen Brandherde in der Welt ein leuchtendes Mahnmal für Wachsamkeit und uneigennütziges Handeln. Das und noch mehr ließen sich ohne Frage intensiver und nachhaltiger darstellen. A.C.
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