Geiz

 von Barbara Abend

nach Molières „Der Geizige"

 

So wird der Geiz mit Geist besiegt

  Ein Wucher mit Musik

Theater im Palais

Buch und Regie: Barbara Abend

Bühnen- und Kostümbild: Christine Perthen

Musikarrangements und am Klavier: Ute Falkenau

Es spielen:

Gabriele Streichhahn, Jens-Uwe-Bogadtke, Volker Ranisch, Carl Martin Spengler

Zurück

 

Die Wahl des Themas kam nicht von ungefähr – schwebte doch das Damoklesschwert der Schließung über dem kleinen Kammertheater im Palais, das sich Anfang des Sommers einem bedrohlichen Insolvenzverfahren gegenübergestellt sah. Da die Streichung von Zuschüssen der öffentlichen Hand gerade kleinen Theatern sehr viel mehr schmerzliche Einbußen zufügt als den großen Häusern, fürchtete das Team nicht ohne Grund um seine Existenz. Noch einmal ging alles gut, und das Spiel kann weitergehen. Glücklicherweise.

Denn mit der ersten Neuinszenierung nach der Sommerzeit beweist das Theater, das sich im Berlin der Wende von Ost nach West hinüberrettete, dass es – leise und dennoch nachdrücklich – sein Spiel mit kleinen und großen Themen souverän zu gestalten versteht. Nun, diesmal hat sich Barbara Abend, bekannt durch zahlreiche überraschende theatralische Arrangements, die (schon als Werbespot vermarktete) wohl hässlichste Eigenschaft des Menschen vorgenommen, den „Geiz", das ewige Spiel um Geld, aber auch den Kampf um Macht und Anerkennung. Das eigene Ringen um Qualität angesichts eines begrenzten Budgets hat die kleine Mannschaft zu bewundernswertem Einfallsreichtum angespornt – immer ist das Bühnenbild von ganz besonderer Finesse, sind Kostüme von feinem, angemessenen Zuschnitt, ist der Raum phantasievoll ausgenutzt.

Geld, das selbst dann wichtig ist, wenn man genügend davon besitzt, ist natürlich ein nicht endendes Thema. Nachdem Barbara Abend es mit Shakespeares „Komödie der Irrungen" und Molières „Der Geizige" sowie zahlreichen Zitaten berühmter Dichter und Denker gekonnt verwoben hat, gelingt dem Ensemble – allen voran Jens Uwe Bogadtke als großartig ausgespielter komödiantischer Charakterfigur – ein amüsanter Bravourritt durch die Höhen und Tiefen menschlicher Habsucht und Geldgier. Mit Witz und Charme manövrieren Gabriele Streichhahn, kokett und durchtrieben, Volker Ranisch mit lausbubenhaftem Schalk sowie Carl Martin Spengler, listig zwischen den Fronten lavierend, den „Geizigen" in immer neuen Täuschungsmanövern geschickt ins Aus. Und dass sie auch ihr musikalisches Handwerk verstehen, ist nicht zuletzt Ute Falkenau zu verdanken, die ihr Piano mit Hingabe und Leidenschaft beherrscht.

So wird der Geiz mit Geist besiegt! . A.C.