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The promised Land von
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Seine Geschichte schreibt ein jeder selbst |
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company writing on water mit:
Laura Cameron und Thomas Weppel |
Mit einer kleinen zauberhaften Liebesgeschichte beendet das English Theatre, das ein großzügiges Quartier in der Fidicinstraße in Kreuzberg ( ein kleiner Künstlerkiez im Besitz der Witwe des Malers Kurt Mühlenhaupt!) bespielen kann, seine diesjährige Spielsaison. Es folgt noch eine zweisprachige Autorenlesung, und dann wird im Herbst nach einem behindertengerechten Umbau der Bühne der neue Spielplan alle Freunde des Theaters überraschen. Das Konzept der englischsprachigen Aufführungen sieht vor allem kleine (bezahlbare) Ensembles und Inszenierungen vor, mit modernen Texten, die poetisch, herzlich, nachdenklich, und meistens auch für jedermann gut verständlich sind. Kenneth Phillips läßt seine beiden jungen Darsteller auf einer beinahe leeren, nur mit dünnen Papierflächen im Hintergrund bespannten Bühne rund um eine seitlich aufgestellte, hohe und von innen her leuchtende Säule agieren. Ein Sitzkasten, auch umgekehrt als Tisch zu handhaben und ein Reisekoffer vervollständigen die Utensilien sowie zwei Kaffeebecher, aus denen man heute zu trinken pflegt. Hinter der hellen Mauer ertönt abwechselnd Donner, Regen und das Stampfen ankommender und abfahrender Züge. Die junge Frau, die zögerlich Fuß vor Fuß setzt, den Koffer abgestellt und in sich gekehrt am Bahngleis entlang wandert, will sich vor einen Zug werfen. Und als sie sich jäh dazu entschließt, läuft ihr ein junger Mann über den Weg, schleudert sie zur Seite, fängt sie auf - und die Geschichte dieses Paares fängt an. Ankommen, abfahren, sich nähern und sich entfernen, Geschichten selber schreiben oder vom Leben diktieren lassen - das sind ihre Themen während eines langen Spaziergangs durch den immerfort währenden Regen bis sie schließlich im Appartement des jungen Mannes landen. Er will sie, überwältigt von ihrer Ausstrahlung, mit Gewalt nehmen, sie wehrt sich, er schlägt wie ein Rasender auf den Koffer ein bis seine Wut und seine Gier verklingen. Am nächsten Morgen werden sie sich lieben und ineinander verlieben. Und wieder trennen - vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Es kommt darauf an, wie und ob sie ihre Geschichte fortschreiben wollen... Das alles ist im Wechsel der Entwicklung inszeniert, mal der Anfang, dann das Ende, dann die Mitte und wieder Erinnerung an den Beginn, bevor das Ende naht. Wie kam es zu allem, wer hat die Geschichte erfunden, wer bestimmt ihr Ende? Es ist reizend, wie Laura Cameron dies junge, scheue Mädchen mit all seinen Ängsten und der großen Lebensleere darstellt, mal hinreißend lächelnd, dann furios kämpfend gegen einen imaginären Feind: das Schicksal. Und der junge sehr temperamentvolle Mann, ein Träumer eigentlich, ein Poet, ein Beobachter nur des Lebens, aber bisher kein Teilnehmender. Als er sich in das Mädchen verliebt, hat seine Leere ein Ende; lebendig geworden und gleichermaßen aus dem Zustand des Zuschauens erwacht, wird sich nicht nehmen lassen, was er zu besitzen glaubt. Aber das Mädchen hat Angst, es weiß nicht, ob dies der Anfang oder das Ende ist und wie seine Geschichte weitergehen wird. Ein Stück, das symptomatisch ist für die Lebenseinstellung vieler junger Menschen, die Angst haben, eine Entscheidung zu treffen und sich an einen anderen Menschen zu binden, obwohl sie ihn lieben; Sie fürchten sich vor einem eventuellen Verlust, aber zugleich ringen sie auch mit der Erkenntnis, das Stillstand ebenfalls ein Ende bedeutet. Denn alles fließt (Heraklit!)- das Wasser, der Regen, der Lebensfluss - allein das garantiert Leben und Entwicklung. Ein leichtes, schönes, nachdenkliches Stück - mit ein wenig rätselhafter Gewälttätigkeit. Noch bis zum 3. Juni! A.C. |