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Irma la Douce von Alexandre Breffort und Marguerite Monnot |
Vergnügen mit einem Evergreen
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Regie:
Christian Struppeck/Andreas Gergen Keyboards: Carsten Gerlitz, Maria Baptist; Bass: Daniel Zenke; Drums: Stephan Genze mit: Katharine Mehrling, Andreas Gergen, Uwe Drewes, Alex Friese, Nico Gaik, Michael Chadim, Juan Mochales, Sebastian Smulders, Frank Brunet
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Die reizende Liebes- und Milieugeschichte aus dem Pariser Unterweltkiez hat als Musical und als Film (Billy Wilder, Shirley McLaine) große Erfolge zu verbuchen; sie ist zwar nicht mehr taufrisch, hat aber von ihrem geistreichen Charme und vor allem dem Liebreiz der süßen Irma bis heute nichts verloren. An der Tribüne, die mit dieser Inszenierung ebenfalls wieder an Schwung gewonnen hat, ist es vor allem die überaus begabte und hübsch anzusehende, verführerische Katharine Mehrling, die der Irma ihre kecke Persönlichkeit gibt; sie singt und tanzt und spielt diese so blitzanständig-naive Prostituierte, dass man ihr rundum vertrauen möchte... Doch die Lovestory hat einen Haken: denn Nestor, gestern noch wachhabender und moraltreuer Flic, wird wegen Übereifrigkeit entlassen, verliebt sich dabei in die kleine Irma und, weil der Funke bei beiden gleichermaßen zündet, zieht er gleich bei ihr ein; allerdings ist er nun mittellos und ohne Beruf, aber Irma verdient ja weiterhin. Andreas Gergen bleibt als Polizist zunächst etwas hölzern, zur Höchstform läuft er als bekannter Hans-Dampf-in-allen-Rollen erst auf, als er in die Doppelrolle des reichen englischen Liebhabers schlüpft, mit der er seine Irma von allen anderen Freiern fernzuhalten versucht. Er muss sie dafür großzügig entlohnen, natürlich, aber wie kommt er an das Geld? Und welche abstrusen, ja verheerenden Folgen werden sich noch daraus ergeben! Denn da schleicht sich so langsam eine dicke Paranoia bei dem armen Nestor ein, der bald wahnsinnig vor Eifersucht auf den Liebhaber wird, also auf sich selbst - denn Irma bringt dem spleenigen Engländer zweifelsohne sehr viel Sympathie entgegen... Auf der leeren, leicht angeschrägten Bühne, auf der an schwarzer Rückwand nur mit weißer Kreide das Wort "Paris" gemalt ist, und die vor allem von einer Menge bunter Lichteffekte lebt, spielt ein homogenes Ensemble voller Lust und Vergnügen. Danny Castello hat eine vorzügliche Choreographie hingezaubert, exakt, präzis, schwungvoll. Dass der Raum zu eng und zu schmal ist, muss man leider hinnehmen. Gergen kennt das Problem auch aus seiner Zeit am "Kleinen Theater" und am Schlossparktheater in Steglitz. Und auch in und auf der Tribüne ist er ja kein Fremder. Als Bob - Wirt, väterlicher Freund und Berater in allen Lebenslagen - kommentiert Uwe Drewes die märchenhaften, mit manchen Gags aufgepeppten Ereignisse, die sich zwischendurch im Gerichtssaal, in der Strafgefangenenkolonie und auf hoher See abspielen.... Die Band heizt mächtig an, und die Sänger haben zuweilen schon ihre liebe Not trotz der Mikros, gegen Keyboard und Bass anzukommen. Ein netter Abend, der mit den hinreißend vorgetragenen Chansons von Katharine Mehrling, die hier an ihre großartige "Piaf-Adaption erinnert, seine eindrucksvollsten Momente hat. A.C.
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