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Pinkelstadt-ein Musical
von Mark Hollmann und Greg Kotis Deutsche Fassung: Ruth Deny Liedertexte: Wolfgang Adenberg nicht mehr im Programm |
Im Musical wird alles Schwere leichter Ein neuer Anfang für das Schlosspark Theater
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präsentiert von der Stage Holding - The
Theatre Company Regie: Andreas Gergen u.a. mit: Ilja Richter/Boris
Freytag (v.Mehrwerth); Kurzgefasst: Das ist ein mutiges Unterfangen, dem sich der quirlige Schauspieler und Theatermanager Andreas Gergen ( Erinnern Sie sich u.a. an seine köstliche Rolle als "Snoopy" im Kleinen Theater am Südwestkorso?) und sein Kollege Gerald Michel gestellt haben. Mit ihrer ersten kleinen Musical-Produktion wenden sich das neue Team mitgemeinsam mit der Stage-Holding sowohl an ihr altes Steglitzer Publikum, aber auch an junge Leute, die diesem Genre viel abgewinnen können. Der zunächst unangenehme, aber nicht anders zu umschreibende Titel des Spiels wird sehr schnell mit der munter verpackten, aber brisanten Thematik akzeptiert. Da das fiktive ( für uns) Problem einer Wassernot, die eine ganze Stadt ins Unglück stürzt, so heiter und schwungvoll verpackt ist, wird es sozusagen schmerzfrei injiziert und nimmt seinen Lauf durch unsere Blutbahn zunächst durchs Herz und dann ins Hirn. Denn nur dem Herzen ist der Vergeudung unserer Resourcen leider nicht beizukommen - da müssen wir auch schon den Verstand bewegen. |
Da alle Rollen zwei -bis dreifach mit hochkarätigen Darstellern
besetzt sind, dürfte jeder Aufführungsabend ein besonderes Ereignis
sein. Denn, obwohl Choreographie, Regie und Musik den Ablauf streng
vorherbestimmen, weiß man doch nie, was der eine oder andere noch als
Überraschungsgag auf Lager hat. Ein großes Amüsement ist dieses
Musical in jedem Fall - obwohl es sich eigentlich eine recht traurige und
nachdenklich stimmende Geschichte handelt: Eine Stadt leidet nach einer
langanhaltenden Dürreperiode an Wassermangel. Um die Menschen vor dem Verderben
zu retten, muss das letzte vorhandene reine Grundwasser streng rationalisiert
werden. Das geht soweit, dass niemand mehr die eigenen Waschanlagen,
Badezimmer und Toiletten benutzen darf, sondern für die persönlichen
Bedürfnisse entsprechende kleine Häuschen in der Stadt aufsuchen und
für die Notdurft bezahlen muss! Das wäre nun eigentlich schon schrecklich genug; aber da gibt es den Unternehmer, von Mehrwerth, der alles in der Hand hält, die Ressourcen, die Politiker, die Polizei: Und dieser Mann ist ein schlimmer Tyrann und Blutsauger. Denn wenn die armen Leute den Gesetzen zuwiderhandeln, steht ihnen eine schreckliche Strafe bevor: sie werden in die ominöse "Pinkelstadt" verschleppt... Es ist schon eine große Kunst, solch ein Thema derart leichtfüßig
zu behandeln! Man
stelle sich ein hochdramatisches Theaterstück vor, das sich die
Vergeudung und Ausbeutung der letzten Wasservorräte auf unserer Erde zum
Thema macht... Hier ist es Ilja Richter, der als mieser Typ
von Mehrwerth den Zug anführt - aber nicht immer. Denn sein Kollege Boris Freytag beispielsweise ist mindestens genauso böse und hinreißend gemein,
so hintertrieben hinterhältig, so elegant mafiotisch und so faszinierend skrupellos, dass
man annähernd begreift, mit welcher Magie ein Bösewicht
zu agieren vermag. Da aber alles natürlich auch und zugleich
Satire ist, muss man so Schreckliches nicht ernst nehmen. Natürlich darf auch die absolute Naivität des liebreizenden Töchterleins, das dann die Leute auf ihre herzergreifende Art endgültig ins Verderben führt, nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Wer mag, könnte ja einmal über eine Lösung des angesprochenen Problems- menschliche Vernunft und Einsicht contra Maßregelung und Bevormundung - reflektieren. Andererseits kann man auch einfach nur ein heiteres Musical genießen und dem Schlosspark Theater und seinen neuen Betreibern - der "Stage Holding-The Theatre Company" - eine erfolgreiche Zukunft wünschen. A.C.
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