Tiger Lillies Circus

 

 

 Eine Kostbarkeit für

kostbare Abende.

 

z.Zt.  wieder zu Gast in Berlin  in der

Arena

  Ein zauberhaftes Varieté-Programm 

mit russischen, französischen und amerikanischen Künstlern   

 

 

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Das alles ist in der Tat höchst ungewöhnlich: ein Counter Tenor, der gruselige Moritaten singt, ein Schlagzeuger, der mit Knochen spielt, ein Bassist, der sich nicht erschüttern lässt. Sie sind drei Engländer, Musiker von höchst eigenwilliger Art, die sich die „Tiger Lillies“ nennen und mit ihrem eigenen Zirkus um die Welt touren. Ihre skurrilen songs verlieren sich im Millieu der Zuhälter und Prostituierten; manchmal klingen die Lieder sogar poetisch, doch der Schein trügt, denn die Geschichte geht gar nicht immer gut aus, auch wenn der mit Kirschblüten übersäte Hintergrund augenscheinlich etwas anderes suggerieren möchte. Dazu und daneben windet sich die Russin Svetlana Belova als elastische Spinnenfrau ohne Wirbelsäule oder rekelt sich lasziv beim bedecktesten Striptease, den man je sah.

Auch Aurelia Thieree ist eine Zauberin von graziler Anmut. Französin eben. Nicht ganz so eindeutig einer Nation zuzuordnen ist ihr Trick, einen Eisenbahnzug durch die Mitte ihres Körpers fahren zu lassen. Oder sich abwechselnd durch die vier Schubladen einer Kommode zu winden, als ob Arme und Beine sich längst von ihrem Körper gelöst haben...

Buba sieht englisch aus, ist aber aus St. Petersburg. Die hohe Schule russischer Zirkuskunst und Artistik ist auch bei ihm unverkennbar: Er jongliert in gemütlicher Beleibtheit so behände, dass das Auge kaum den merkwürdigen Dingen zu folgen vermag, die zwischen Hut, Nase, Mund, Beinen und Armen hin- und herfliegen.

Was die beiden New Yorker Artisten Lisa & Partner an tänzerischer Eleganz in wundersamer erotischer Verspieltheit bieten, ist der schönste Pas de Deux, den man in einem Zelt je sah. Und das alles schwebend in der Luft!

Dumpf tönt dazu der Bass von Adrian Scout, grausig greint das schrille Falsett Martyn Jacques: es klirrt, raschelt, trommelt seltsam vom Schlagzeug, das Adrian Huge mit allerlei bizarr tönenden Utensilien ausgestattet hat. A.C.