A Tribute to Joe Cocker

mit

Marco Schiefer und Band
 

Der rauhe Charme des Soul

 

   
Solokonzert in der Reihe

Stars in Concert

Estrel Festival Center

 

Marco Schiefer singt und spielt Joe Cocker, begleitet von 10 Musikern und zwei Chormädchen

Ein Gastkonzert im Estrel, dem aber noch weitere   folgen sollten. Für Cocker-Fans ein hinreißendes Erlebnis.

 

Joe Cocker (20.Mai 1944 in Sheffield, England geboren); eigentlich: John Robert Cocker) gehört in die Kategorie der Rhythm and Blues Sänger, lebt heute in Colorado zurückgezogen auf seiner Ranch.

Mit einer der rauhesten und markantesten Stimmen im Showgeschäft gilt er als der Großmeister des Coverns.

 

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Wenn man Joe Cocker als "die weiße Stimme des Soul" aus Großbritannien betitelt, so hat man es mit seinem Doppelgänger Marco Schiefer gut getroffen, der aus einer ebenso markig-verkratzten Kehle vehemente Leidenschaft und verströmende Zärtlichkeit hervorzulocken versteht; und wer meint, einige Pfunde zuviel am Körper seien für die Bühnenwirksamkeit nicht vorteilhaft, der wurde schon bei den Blues Brothers eines Besseren belehrt. Denn offensichtlich werden musikalische Power und stimmliche Qualität nicht durch Körperfülle beeinträchtigt, ja, vielleicht sogar unterstützt. Wer weiß. Schiefer jedenfalls beherrscht offensichtlich nicht nur seine rauchig-rauhen Stimmbänder, sondern gleichermaßen auch die hervorragend auf ihn eingestimmte Band, die lässig gekonnt mit ihm durch zwei Stunden musikalische Hits und poetische Texte von Joe Cocker (wie Feeling Night, Delta Lady, Shelter Me, With A little Help From My Friends usw.) voranstürmt. Eine chargierende Vorstellung, die mit den katzenhaft geschmeidigen Bewegungen und der offensichtlich vorhandenen Stimmkapazität zweier junger Damen eine attraktive visuelle Ergänzung erfährt. Auch der choreografische Ablauf der  Show zeigt, dass hier ein fähiges technisches Team und gute Mitarbeiter im Einsatz sind, die zur Perfektion der Produktion beitragen. Ausgesprochen kunstvoll sind die Live-Videoaufnahmen; die Kameraführer fokussieren herrliche Bilder der Band und des Sängers  auf die seitlichen Leinwände - und man muss Schiefer zubilligen, dass er äußerst fotogen ist und die Kamera ihn ausgezeichnet einzufangen weiß. Dass die Lautstärke bei Darbietungen von Popkonzerten immer um ein paar Phon zu stark ist, weiß man mittlerweile und gewöhnt sich notgedrungen daran, obwohl die zärtlich-sinnlichen Songs in diesem Konzert durchaus noch transparenter sein dürften. Im Übrigen aber hat Schiefer seine Leute mit einer faszinierenden Bewegungsartistik seiner Hände fest im rhythmischen Griff, und er beherrscht natürlich sein Repertoire mit Verve - als leidenschaftlicher Musiker seit seinem 11. Lebensjahr, wie die Chronik vermeldet. Seither spielte und sang der aus Trier gebürtige Sänger in professionellen Bands, feierte beachtliche Erfolge bei Auftritten in der Musik- und Showbranche und gastierte erfolgreich in Las Vegas, wo der Produzent von "Stars in Concert" wohl auf seine Begabung als musikalisches Reibeisen aufmerksam geworden war.1998 wurde Schiefer zum besten Double Deutschlands gewählt, was bei der großen Anzahl qualifizierter Nachwuchssänger in dieser Double-Branche recht bedeutsam ist.

Dieser erste Abend war sozusagen ein Experiment des Veranstalters, und vielleicht hat das begeistungsfähige Publikum ihn ja überzeugt, diese Individualshow künftig mit ins Programm aufzunehmen. Es wäre durchaus eine Bereicherung. Was man hinzufügen dürfte, wären einige Daten aus dem Lebenslauf Joe Cockers und vielleicht auch einige authentische Videoeinblendungen aus den Live-Veranstaltungen des Künstlers. A.C.