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Die Zimmerschlacht von Martin Walser
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Wenn der Johannistrieb erwacht...
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Regie: Rainer Behrend Bühne und Kostüm: Olga Lunow Regie-Assistenz: Alexander Schatte Technische Leitung: Michael Gärtner mit: Tina: Ines Bartholomäus Felix: Rainer Reiners
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Es gibt ein hübsches, Programm-Faltblatt mit manch wertvollen Hinweisen zum Autor, zu den Mitwirkenden und der Ehe als solcher - das alles zu einem ziemlich nichts sagenden und oberflächlichen Stück. Das Programm ist lesens-, das Stück nicht unbedingt sehenswert. Denn was sich da an "Zimmerschlachten" abspielt zwischen einem in die Jahre gekommenen Erdkundestudienrat und seiner noch immer sehr hübschen, wenn auch etwas mageren Frau, das ist einfach lächerlich. Und so lacht das Publikum denn auch, amüsiert über diese eher peinliche als tragische Ehegeschichte. Da hat sich nun dieser Felix, ein Weichei par Excellanze, Hals über Kopf in die neue (24 Jahre junge!) Frau seines Chefs verliebt und beschimpft - quasi als Ventil seiner unerfüllten erotischen Vorstellungen - seine eigene Ehefrau darob auf Hässlichste. Woraufhin sich diese mit leiser Stimme subtil an seiner männlichen Schwäche, wenn nicht gar Impotenz rächt, was nun wieder den Ehemann wieder zur Raserei treibt. Das alles ist zu dünn, um herzhaft lachen, zu wenig tragisch, um mitzuleiden zu können. Irgendwie kommt keine rechte Spannung auf. Und für dieses doch wohl recht gut situierte Paar, dass sich da neurotisch und scheinbar unerfahren wie Teenager um eine gegenseitige Annäherung bemüht, empfindet man irgendwie auch kein rechtes Mitleid. Nimmt man zunächst noch an, bei diesem Felix handle es sich um einen ausgesprochenen Partyneurotiker, der eben nur mit sanfter Gewalt aus dem Haus zu treiben ist, und bei seiner Frau Tina um eine etwas schwache und willenlose Gefährtin, so merkt man nur allmählich und mühsam, dass es hier um eine schreckliche Leidenschaft gehen soll, die den Mann völlig zerstört hat. Und derweil der Direktor inzwischen vergeblich auf seine Gäste wartet, verkünden die beiden Eheleute, einander - zwar feindlich gestimmt, aber dennoch in wohlgesetzten Worten - in eben Walsers absolut feinnerviger Diktion - das vorläufige Ende ihrer Liebe. Da spielt dann wohl noch symbolisch - oh -Schreck - eine unsichtbare, an der Wand hinter der Designer-Couch nagende Ratte die dritte Rolle. Na, irgendwann hat sie dann ausgenagt, und der Eheknoten platzt, dass es nur so spritzt - jetzt ist endlich alles gesagt, und Tina und Felix stehen sich zwischen den Scherben ihrer Ehe zwar hilflos, aber irgendwie doch erleichtert, stumm gegenüber. Nur anfassen mögen sie sich jetzt noch nicht wieder - da ist dann doch zu viel böses Blut geflossen. Vom Autor und vom Regisseur ist man Besseres gewöhnt. A.C. |