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Gotteskrieger von
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Die Schwarzen Engel winken schon
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Leitung: Hesse/Chu/Gollnhofer Hetterle, Khatir, Philipi; Anschütz,Hildbrandt, Hoffmann, Hosfeld, Mehne, walter
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Zacarias ist der Sohn arabischer Gastarbeiter und wächst in Deutschland auf. Deutsch ist seine Muttersprache, er hat eine deutsche Freundin, studiert an einer Fachhochschule und ist ein guter Handballspieler. Alles ganz normal und besser. Aber da ist diese hysterische Mutter, eine big mama auf Stelzen, die Sohn und Tochter übel traktiert; und da ist der Vater im proletarischen Unterhemd, der streng auf die guten alten Sitten achtet. Und da ist die kritische wirtschaftliche Situation: Zacarias bekommt keinen Job und dreht durch; ziemlich schnell. Er versucht sein Glück in England, gerät auf die Straße, fällt einem sanften Menschenfänger in die Hände, der ihn die radikal interpretierten Regeln des Korans lehrt und einer Terrorgruppe zuführt. Diese füttert sein Ego mit einem verführerischem Selbstbewusstsein. stellt ihn als "Mann des wahren Glaubens" über alle und alles, über die Frauen, über die Ungläubigen, über die Ausbeuter der westlichen Welt. Zacarias ist ein ungeduldiger, wütender, unreifer Jüngling, empfänglich für alles, was seinen Hunger nach Macht und Rache stillt. Wofür Rache? Wozu Macht? Das wird nicht erklärt, ist psychologisch nicht plausibel. Gezeigt wird, wie der junge Mann in die Schlinge von "Gotteskriegern" gerät, die ihn dazu abrichten, sich als Auserwählter zu fühlen und um seiner Sache willen zu kämpfen, zu töten, zu vernichten. Sein Lohn? Vernichtung der Ungläubigen und die ewige Seligkeit im Paradies. Zacarias verwirft seine Freundin als Hure, ignoriert die leidenschaftlichen, leidvollen Vorwürfe seiner Schwester und auch die sanften Warnungen eines Muslim, der ihm seinen Selbstbetrug und die Gefahren seines Irrwegs in den Fundamentalismus aufzeigt. Vergebens. Zac geht seinen Weg mit dem Sendungsauftrag eines Märtyrers, bis er zuletzt alle Zuschauer als unfreiwillige Mitspieler von den Bänken in die Ecke fegt - hinein ins inferno, wo er die Bombe zündet und alles in die Luft jagt, die schwarzen Todesengel vor Augen, die über Allem schweben und ihn erlösen werden. Das alles ist uns mit dem Abstand des Fernsehzuschauers und Zeitungslesers bekannt und es ist uns besonders schmerzhaft bewusst seit dem 11. September 2001 und den täglichen Attentaten im Irak: als Zeichen und Auswüchse eines jeden Fundamentalismus, eines jeden religiösen Wahns, einer jeden radikalen politischen Ausrichtung. Was aber ist die Botschaft, was ist das Theater daran, welche Aussage in diesem Spiel erweitert unser Bewusstsein? Sollen wir die "Gotteskrieger" bekehren oder bekämpfen (was nicht möglich ist, solange unsere Regierenden und Mitbürer zwiespältig oder gleichgültig sind). Oder sollen wir sie gar "verstehen" und bemitleiden als irregeleitete Schäfchen? Das gorki studio ist eine Probebühne für so mancherlei Ideen geworden. Manche Darstellungen könnten den einen oder anderen ermuntern, sich überhaupt ernsthaft mit bestimmten Themen zu befassen. A.C. |